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Rupertistadl, 

Lucia Neumayer

Der Rupertistadl in Traunstein ist ein historisches Gebäude das einst als Baumagazin für die Saline Traunstein gebaut wurde. 
Seit der Auflösung der Saline in Traunstein wird das Gebäude vom Wasserwirtschaftsamt genutzt. Dort befinden sich Büroräume, eine Schreinerei, eine Fuhrparkhalle und Lagerflächen.
Die Stadt Traunstein hat bereits begonnen das historische Ensemble der alten Saline wieder zu-sammenzuführen und den gegenüberliegenden Salinenpark im Zuge dessen wieder freigelegt und neu angelegt. Ein weiterer Schritt könnte sein den Rupertistadl ebenso wieder in das Ensemble ein-zubeziehen und dem Gebäude einen öffentlichen Zweck zu geben. Mein Ziel war es dem Gebäude eine neue Funktion zu geben und dabei die Historie und auch die besondere Architektur zu wahren und zu ergänzen.
Aus der Analyse des Angebots in und um Traunstein entsand das Nutzungskonzept. Der Arbeits-charakter des ehemaligen Baumagazins sollte wiederaufgegriffen werden und die Möglichkeit gegeben werden etwas für die Menschen vor Ort und die Regionalität zu schaffen, und das in alle Richtungen sowohl Lebensmittel , Produkte, Möbel bishin zu Kunst und Kultur sollen vereint wer-den. Um somit auch die Vernetzung und Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche zu fördern. In dem östlichen Flügel soll ein Museum für die Saline entstehen, um auch so die historische Be-deutung einem breitem Publikum zu vermitteln. 
In dem Hauptstadl lädt ein Cafe, das sich auch in den Vorhof und Innenhof entwickelt, sowohl Tou-risten als auch Einheimische in den Rupertistadl ein. Ein zentral gelegener regionaler Laden wird verschiedenste regionale Artikel ausstellen und anbieten. Des weiteren soll ein Veranstaltungsraum den Platz für verschiedenste Events zur Verfügung stellen, kleine regionale Bands, Poetry Slam, Märkte, etc.
Eine Backstagebereich und ein Künstlerappartement werden im Westflügel untergebracht, ebenso  die Büros für die Verwaltung und ein Konferenzraum.
Die alte Fuhrparkhalle bietet sich an dort kleine Werkstätten anzubieten, die aufgrund der hohen Grundstückspreise der Region, sehr gefragt sind. In einem Reperaturcafe soll ein Generationsaus-tausch gefördert werden und die Möglichkeit für Workshops und selbst etwas zu bauen gegeben werden. Die Architektur des Rupertistadls ist für die Region untypisch und sticht vor allem durch den farbli-chen Kontrast der rostroten Ziegelsteine und schwarzen Schlackensteinen hervor. Auch die starken romanischen und gotischen Stilelemente zeigen sich deutlich in der Fassade. Diese Elemente und die Geschichte des Gebäudes sind in den Entwurf mit eingeflossen. 
Durch den Denkmalschutz der äußeren Fassade wird diese nahezu unberührt bleiben und soll auch im Inneren des Stadls sichtbar bleiben. Unter diesen Bedinungen musste ein Konzept entwickelt werden das sich von den Bestandsmauern löst und ein Raum in Raum System schafft. 
Zudem sollte auch der bestehende Dachstuhl erhalten werden. Aus diesen Gegebenheiten entwi-ckelte sich ein Stahlskelettbau der beide Funktionen erfüllen kann und gleichzeitig den industriellen Charakter des Ortes aufgreift. Im Entwurfsprozess arbeiteten sich so vier freistehende Einheiten he-raus, die sowohl den Neubau, als auch den Bestand genug Raum geben um beide wirken zu lassen. Der Stahlbau zieht sich auch in die beiden Flügel und setzt sich auch in der Fuhrparkhalle fort, und ermöglicht auch hier eine Öffnung der Räume , eine Galerie und die Freilegung des Dachstuhls. Durch den Stahlbau wird eine großzügigere, offenere und transparentere Raumstruktur ermöglicht.

Lehrstuhl:Alle
Projekt:Masterarbeit
Thema:Rupertistadl
Zeitraum:SoSe 2021